Behandlung
Low-Level-Lichttherapie bei Trockenen Augen
Ergänzende Photobiomodulation bei entzündlichen Veränderungen von Lidrand und Meibom-Drüsen
Bei der Low-Level-Lichttherapie werden die geschlossenen Lider für 10–15 Minuten mit niedrig dosiertem rotem Licht und einer Wellenlänge von 630–640 nm behandelt. Im Vordergrund steht nicht eine intensive Erwärmung, sondern die biologische Reaktion von Zellen und Gewebe auf definierte Lichtwellenlängen. Dieses Licht dringt in die oberen Hautschichten der Augenlider ein, stimuliert die Mitochondrien (Cytochrom-C-Oxidase) zur ATP-Produktion, wirkt stark entzündungshemmend und regt die körpereigene Gewebereparatur an.

- Behandlungsdauer
- Je nach System etwa 10 bis 17 Minuten
- Behandlungszyklus
- Abhängig von Gerät und Befund
- Empfinden
- Schmerzfrei; meist leichte Wärme
- Ausfallzeit
- In der Regel keine
Was die Low-Level-Lichttherapie behandelt
Die Low-Level-Lichttherapie kann bei ausgewählten entzündlichen Veränderungen der Lider und der Meibom-Drüsen ergänzend eingesetzt werden. Dazu zählen Blepharitis, gereizte Lidränder und wiederkehrende Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen. Auch die Behandlung von Gerstenkörnern hat positive Ergebnisse gezeigt.
Je nach Gerätesystem kommen leicht unterschiedliche Wellenlängen und Protokolle zum Einsatz. Die Therapie wird häufig mit anderen Verfahren kombiniert, weil sie weder eine ausgeprägte Drüsenobstruktion mechanisch löst noch verdicktes Meibum zuverlässig entleert.
Bei einer klaren Verstopfung bleiben kontrollierte Erwärmung und gegebenenfalls Expression entscheidend. Die Lichttherapie ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.
Wie die Low-Level-Lichttherapie wirkt
- 01Rotes und nahinfrarotes Licht
- 02Aufnahme durch Bestandteile der mitochondrialen Atmungskette
- 03Photobiomodulation
- 04Signalwege, Energiestoffwechsel und Entzündungsreaktionen können beeinflusst werden
- 05Ziel: Unterstützung entzündungsregulierender Prozesse und der Zellfunktion
Rotes und nahinfrarotes Licht können von Bestandteilen der mitochondrialen Atmungskette aufgenommen werden. Dieser als Photobiomodulation bezeichnete Prozess kann zelluläre Signalwege, Energiestoffwechsel und Entzündungsreaktionen beeinflussen.
Die genaue klinische Wirkung hängt von Wellenlänge, Energiedosis, Bestrahlungsdauer und Gewebe ab. Für die Behandlung am Lid wird eine Unterstützung entzündungsregulierender Prozesse und der Zellfunktion angestrebt. Die individuellen Ergebnisse können unterschiedlich ausfallen.
Blaues Licht besitzt antimikrobielle Eigenschaften und wird in einigen Systemen bei Blepharitis oder Demodex-assoziierten Befunden eingesetzt. Welche Lichtfarbe und welches Protokoll sinnvoll sind, muss anhand des verwendeten Gerätes und des klinischen Befundes entschieden werden.
Low-Level-Lichttherapie ist keine klassische Wärmebehandlung der Meibom-Drüsen. Eine geringfügige Erwärmung der Haut kann wahrgenommen werden, doch die Behandlung sollte nicht mit Verfahren gleichgesetzt werden, die verdicktes Meibum gezielt thermisch verflüssigen.

So läuft eine Sitzung ab

Vorher
Vor der Behandlung werden mögliche Kontraindikationen, lichtsensibilisierende Medikamente und der aktuelle Augen- und Hautbefund geprüft. Abhängig vom System werden die Augen geschlossen gehalten und gegebenenfalls zusätzliche Schutzmaßnahmen verwendet.
Während
Eine Maske oder ein Lichtpaneel wird für die vorgesehene Behandlungsdauer positioniert. Die Anwendung ist schmerzfrei und wird meist als angenehm empfunden. Eine Betäubung oder ein Kontaktgel ist gewöhnlich nicht erforderlich.
Danach
Nach der Sitzung können die üblichen Tätigkeiten in der Regel unmittelbar fortgesetzt werden. Einschränkungen beim Autofahren oder bei der Bildschirmarbeit sind nicht zu erwarten, sofern keine zusätzlichen Medikamente oder Behandlungen eingesetzt wurden.
Der Zyklus
Die Protokolle unterscheiden sich je nach Gerät deutlich. Zahl und Abstand der Sitzungen sollten deshalb nicht pauschal, sondern auf Grundlage der Anwendungsvorgaben und des individuellen Befundes festgelegt werden.
Für wen die Lichttherapie geeignet ist
Mögliche Einsatzgebiete
- Entzündete Lidränder
- Blepharitis
- Demodex-assoziierte Veränderungen
- Ergänzende Behandlung bei entzündlich geprägter Meibomdrüsen-Dysfunktion, wie z. B. auch bei einem Gerstenkorn
Gegenanzeigen und Grenzen
- Die Eignung hängt nicht allein vom Hauttyp ab, sondern auch von Wellenlänge, Gerät, Medikamenten und Begleiterkrankungen.
- Besondere Vorsicht ist bei photosensibilisierenden Medikamenten, einer Vorgeschichte lichtinduzierter Anfälle, aktiven Tumorerkrankungen im Behandlungsbereich und weiteren gerätespezifischen Gegenanzeigen erforderlich.
- Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte eine Anwendung nur nach gesonderter Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
- Bei einer rein mechanischen Drüsenobstruktion ist die Lichttherapie allein nicht ausreichend.
Kosten
Europa
Low-Level-Lichttherapie, gesamter Zyklus
ab 200 €
Kontrolle oder Wiedervorstellung
ab 150 €
Die tatsächlichen Kosten richten sich nach Zahl der Sitzungen, Zentrum und möglichen Kombinationstherapien. In Deutschland handelt es sich in der Regel um eine privatärztliche Leistung. Ob Kosten übernommen werden, hängt vom individuellen Versicherungsvertrag und vom Einzelfall ab.
Häufige Fragen
Müssen die Augen geschlossen bleiben?
Ja. Die Behandlung richtet sich auf die Lider, nicht auf die Augenoberfläche. Welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen erforderlich sind, bestimmt das jeweilige Gerätesystem.
Warum wird die Lichttherapie häufig kombiniert?
Sie adressiert vor allem entzündliche und zelluläre Prozesse. Verhärtetes Sekret und verschlossene Ausführungsgänge benötigen dagegen meist Wärme, mechanische Reinigung oder Expression. Die Verfahren können sich bei entsprechender Indikation ergänzen.
Spürt man während der Behandlung Wärme?
Eine leichte Erwärmung der Haut ist spürbar. Sie ist jedoch nicht mit der gezielten thermischen Behandlung verdickten Meibums gleichzusetzen.
Wann ist eine Wirkung zu erwarten?
Das Ansprechen ist individuell und wird im Verlauf des gesamten Behandlungszyklus beurteilt. Ein bestimmter Erfolg kann für den einzelnen Patienten nicht garantiert werden.
Welche Behandlung brauchen Ihre Augen?
Trockenes Auge ist nicht gleich Trockenes Auge. Biofilm, entzündete Lidränder, verdicktes Meibum, okuläre Rosazea und eine verminderte Tränenproduktion erfordern unterschiedliche therapeutische Ansätze. Smart Dry Eyes erfasst die relevanten Befunde systematisch. Die ärztliche Beurteilung entscheidet, welche Behandlung oder Kombination für Sie sinnvoll ist.
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Medizinisch geprüft von Dr. Ludger Hanneken, MD, PhD · Ärztlicher Leiter Smart Dry Eyes