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Der Tränenfilm: Warum er für gesunde und klare Augen so wichtig ist

Dr. Ludger Hanneken Medizinisch geprüft von Dr. Ludger Hanneken
Ärztlicher Leiter · Smart Dry Eyes
Feuchtigkeit auf dem Auge – der Tränenfilm

Wenn man Ihnen gesagt hat, Sie hätten Trockene Augen, kann es hilfreich sein, den Tränenfilm besser zu verstehen. Er ist die dünne Flüssigkeitsschicht, die die Augenoberfläche ständig bedeckt. Sie befeuchtet und schützt das Auge und sorgt gleichzeitig für eine glatte optische Oberfläche, die klares Sehen ermöglicht.

Wird der Tränenfilm instabil, kann die Sicht schwanken und die Augenoberfläche gereizt werden. Der Tränenfilm ist also weit mehr als nur „Wasser im Auge“.

Vom Drei-Schichten-Modell zum heutigen Verständnis

Lange Zeit wurde der Tränenfilm als aus drei klar voneinander getrennten Schichten bestehend beschrieben: Fett, Wasser und Schleim.

Heute wird der Tränenfilm differenzierter und als integriertes System verstanden. Eine dünne Lipidschicht liegt an der Oberfläche einer wässrigen Phase, die eng mit der Augenoberfläche verbunden ist. Die verschiedenen Bestandteile wirken dabei zusammen und lassen sich nicht einfach als drei voneinander unabhängige „Schichten“ betrachten.

Dieses modernere Verständnis entspricht dem heutigen wissenschaftlichen Modell des Tränenfilms.

Woraus besteht der Tränenfilm?

Vereinfacht gesagt besteht der Tränenfilm aus verschiedenen Bestandteilen, die eng miteinander zusammenarbeiten:

  • Lipide (Fette): Sie werden unter anderem von den Meibom-Drüsen in den Lidern gebildet und tragen dazu bei, die Verdunstung der Tränen zu verlangsamen.
  • Wässrige Bestandteile: Sie werden vor allem von der Tränendrüse produziert, befeuchten die Augenoberfläche und enthalten verschiedene schützende und versorgende Substanzen.
  • Muzine (Schleimstoffe): Sie helfen dabei, die Tränen gleichmäßig auf der Augenoberfläche zu verteilen und ihre Verbindung mit der Oberfläche zu unterstützen.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge der einzelnen Bestandteile, sondern vor allem, wie gut sie zusammenwirken und wie stabil der gesamte Tränenfilm ist.

Woran erkennt man einen instabilen Tränenfilm?

Beim Trockenen Auge können verschiedene Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Die Tränen können beispielsweise zu schnell verdunsten, die Tränenproduktion kann vermindert sein oder die Zusammensetzung des Tränenfilms kann verändert sein. Auch Entzündungen, Veränderungen der Augenoberfläche, eine unvollständige Lidschlussbewegung oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Nerven können Beschwerden verstärken.

Deshalb lässt sich das Trockene Auge meist nicht auf eine einzige „fehlende Schicht“ zurückführen.

Ein instabiler Tränenfilm kann sich unter anderem durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

  • Brennen, Sandgefühl oder ein Fremdkörpergefühl
  • Verschwommenes oder schwankendes Sehen, das sich nach dem Blinzeln vorübergehend bessert
  • Tränende Augen, die sich trotzdem trocken oder gereizt anfühlen
  • Beschwerden, die bei Bildschirmarbeit, Wind oder trockener Luft stärker werden

Wie lässt sich der Tränenfilm im Alltag unterstützen?

Einige einfache Maßnahmen können dazu beitragen, den Tränenfilm zu stabilisieren:

  • Regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit
  • Bewusstes und vollständiges Blinzeln
  • Direkte Zugluft und Luftströmungen von den Augen fernhalten
  • Bei Bedarf geeignete befeuchtende Augentropfen verwenden

Warme Kompressen und Lidrandhygiene können insbesondere bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion oder Blepharitis sinnvoll sein. Sie sind jedoch nicht bei jeder Form des Trockenen Auges erforderlich und sollten zum individuellen Befund passen.

Wie wir den Tränenfilm bei Smart Dry Eyes beurteilen

Es gibt keinen einzelnen Test, mit dem sich bei einem Termin einfach bestimmen lässt, „wie viel Öl und Wasser“ die Tränen enthalten.

Deshalb betrachten wir bei Smart Dry Eyes das gesamte Bild: Ihre Beschwerden, die Augenoberfläche und die Lider sowie verschiedene Aspekte des Tränenfilms. Je nach Situation können wir unter anderem untersuchen, wie stabil der Tränenfilm ist, wie viel Tränenflüssigkeit vorhanden ist und wie die Meibom-Drüsen funktionieren.

Kein einzelner Test kann dabei für sich allein die Ursache Ihrer Beschwerden bestimmen. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Befunde ermöglicht eine individuellere Beurteilung und einen darauf abgestimmten Behandlungsplan.

Häufige Fragen

Warum reichen Augentropfen allein manchmal nicht aus?

Künstliche Tränen können Beschwerden lindern, sind aber je nach Zusammensetzung sehr unterschiedlich – von dünnflüssigen Tropfen über Gele bis hin zu Präparaten mit Lipidbestandteilen.

Keine künstliche Träne bildet den natürlichen Tränenfilm vollständig nach. Wenn beispielsweise eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion, eine Entzündung oder ein anderer Faktor zu den Beschwerden beiträgt, reichen befeuchtende Tropfen allein möglicherweise nicht aus.

Können mehrere Faktoren gleichzeitig betroffen sein?

Ja. Beim Trockenen Auge kommen häufig mehrere Faktoren zusammen. Beispielsweise kann ein instabiler Tränenfilm mit einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion, einer verminderten Tränenproduktion oder einer gereizten Augenoberfläche kombiniert sein.

Deshalb ist eine individuelle Untersuchung wichtig, um die Behandlung möglichst gezielt auf die jeweiligen Ursachen abzustimmen.

Könnte Ihr Tränenfilm instabil sein?

Ein kurzer Fragebogen kann Ihnen helfen einzuschätzen, ob ein instabiler Tränenfilm hinter Ihren Beschwerden stecken könnte und welche Faktoren bei einer Untersuchung berücksichtigt werden sollten.

Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.

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