Medizinisch geprüft von Dr. Ludger HannekenÄrztlicher Leiter · Smart Dry Eyes

Bemerken Sie rote, juckende Augen sowie verklebte oder verkrustete Lider, besonders morgens nach dem Aufwachen? Beschwerden dieser Art können immer wieder auftreten und über längere Zeit bestehen.
Die Symptome einer Blepharitis ähneln denen eines Trockenen Auges so stark, dass beide häufig miteinander verwechselt werden. Gleichzeitig treten sie häufig gemeinsam auf. Hier erklären wir den Unterschied und warum er für die Behandlung wichtig ist.
Was ist eine Blepharitis?
Eine Blepharitis ist eine Entzündung der Lidränder – also des schmalen Bereichs, an dem die Wimpern wachsen.
Sie ist häufig, kann länger andauern und verläuft oft in Schüben: Die Beschwerden können sich verbessern und später wieder auftreten. Eine Blepharitis steht außerdem in engem Zusammenhang mit dem Trockenen Auge. Deshalb ist es bei der Behandlung häufig sinnvoll, sowohl die Lidränder als auch die Augenoberfläche zu berücksichtigen.
Die Verbindung zwischen Blepharitis und Trockenem Auge
Die Meibom-Drüsen, die einen wichtigen Bestandteil des Tränenfilms bilden, liegen in den Augenlidern und münden am Lidrand.
Sind die Lidränder entzündet oder verstopft, können die Meibom-Drüsen beeinträchtigt werden. Ihr Sekret kann zähflüssiger werden und schlechter abfließen. Dadurch kann der Tränenfilm instabiler werden und schneller verdunsten.
So kann eine Blepharitis insbesondere ein verdunstungsbedingtes Trockenes Auge begünstigen oder verstärken. Deshalb gehören die Pflege der Lidränder und die Stabilisierung des Tränenfilms häufig zusammen.
Woran erkennt man eine Blepharitis?
Typische Beschwerden treten häufig morgens besonders deutlich auf:
- Verklebte oder verkrustete Wimpern nach dem Aufwachen
- Rote, juckende oder leicht geschwollene Lidränder
- Ein sandiges, brennendes oder fremdkörperähnliches Gefühl
- Schuppen oder Ablagerungen entlang des Wimpernansatzes
- Wiederkehrende Gerstenkörner oder verstopfte Meibom-Drüsen
Die verschiedenen Formen der Blepharitis
Blepharitis wird häufig danach unterschieden, welcher Bereich des Lids betroffen ist. Viele Menschen weisen dabei Merkmale mehrerer Formen auf.
- Anteriore Blepharitis: Sie betrifft vor allem den vorderen Lidrand rund um den Wimpernansatz. Sie kann unter anderem mit schuppiger Haut, Hauterkrankungen, Bakterien oder Demodex-Milben verbunden sein.
- Posteriore Blepharitis: Hier stehen vor allem Veränderungen der Meibom-Drüsen im Vordergrund. Sie ist eng mit einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) verbunden, aber nicht mit ihr gleichzusetzen.
- Demodex-assoziierte Blepharitis: Die mikroskopisch kleinen Demodex-Milben können den Wimpernbereich besiedeln und insbesondere typische Ablagerungen oder kleine „Manschetten“ an der Wimpernbasis verursachen.
Die richtige Pflege hängt von der Ursache ab
Die Behandlung richtet sich danach, welche Form der Blepharitis vorliegt und welche Veränderungen bei der Untersuchung sichtbar sind.
Je nach Befund können beispielsweise infrage kommen:
- eine gezielte Lidrandreinigung
- Wärmeanwendungen, insbesondere bei einer Beeinträchtigung der Meibom-Drüsen
- eine gezielte Behandlung bei Demodex-Befall
- befeuchtende Augentropfen bei begleitendem Trockenen Auge
- oder bei bestimmten Formen eine ärztlich verordnete medikamentöse Behandlung
Eine sanfte Lidrandreinigung kann Krusten und Ablagerungen entfernen und die Beschwerden lindern. Es geht dabei nicht lediglich darum, „Bakterien zu beseitigen“. Welche Pflege sinnvoll ist und wie häufig sie durchgeführt werden sollte, hängt vom individuellen Befund ab (Patienteninformation des National Eye Institute).
Wie Smart Dry Eyes hilft
Bei Smart Dry Eyes untersuchen wir Lidränder, Wimpernansatz und Meibom-Drüsen, um festzustellen, welche Form der Blepharitis vorliegt und ob gleichzeitig ein Trockenes Auge besteht.
Auf dieser Grundlage können wir die Behandlung gezielt auf Ihre Beschwerden abstimmen und Ihnen eine einfache und alltagstaugliche Routine für Ihre Augenlider empfehlen.
Lassen Sie Ihre Augen zeitnah untersuchen, wenn Beschwerden mit Schmerzen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit, Sehveränderungen, starker Schwellung oder auffälligem Sekret einhergehen. Auch ein Knoten, der nicht abheilt, lokaler Wimpernverlust oder ein deutlich stärker betroffenes Auge sollte ärztlich beurteilt werden.
Häufige Fragen
Ist Blepharitis ansteckend?
Die gewöhnliche Blepharitis ist in der Regel nicht ansteckend, auch wenn Bakterien beteiligt sein können, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen.
Allerdings können andere, ansteckende Erkrankungen des Auges – insbesondere eine virale oder bakterielle Bindehautentzündung – ähnliche Beschwerden verursachen oder gleichzeitig auftreten. Bei ausgeprägten oder ungewöhnlichen Symptomen ist deshalb eine genaue Diagnose wichtig.
Kann ich Blepharitis selbst behandeln?
Eine regelmäßige, sanfte Lidrandpflege kann bei vielen Formen der Blepharitis hilfreich sein. Auch warme Kompressen können bei einer Beteiligung der Meibom-Drüsen sinnvoll sein.
Wenn die Beschwerden anhalten, immer wieder auftreten oder stärker werden, sollte die Ursache jedoch ärztlich abgeklärt werden. Nicht jede Form der Blepharitis benötigt dieselbe Behandlung.
Verschwindet das Trockene Auge, wenn die Blepharitis behandelt wird?
Die Beschwerden können sich deutlich verbessern, weil Blepharitis und Trockenes Auge häufig miteinander verbunden sind.
Allerdings reicht die Behandlung der Lidränder nicht immer aus. Je nach Ursache kann zusätzlich eine gezielte Behandlung des Trockenen Auges erforderlich sein.
Machen Ihre Lider immer wieder Probleme?
Eine Untersuchung der Lidränder und Meibom-Drüsen kann helfen, Blepharitis, MGD und Trockenes Auge voneinander zu unterscheiden und eine individuell passende Pflegeroutine festzulegen.
Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder wiederkehrenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.



