Medizinisch geprüft von Dr. Ludger HannekenÄrztlicher Leiter · Smart Dry Eyes

Im Winter neben der Heizung, im Büro unter der Klimaanlage oder auf einem Langstreckenflug – in all diesen Situationen können die Augen trocken, müde und gereizt werden. Der gemeinsame Faktor ist häufig trockene Luft.
Hier erklären wir, warum trockene Luft den Tränenfilm belastet und was Sie zu Hause, im Büro oder auf Reisen tun können, um Ihre Augen zu schützen.
Warum Fliegen und Winter die Augen austrocknen können
Ein langer Flug oder trockene Heizungsluft im Winter können Beschwerden des Trockenen Auges deutlich verstärken. Der gemeinsame Nenner ist eine niedrige Luftfeuchtigkeit.
Je trockener die Umgebungsluft ist, desto schneller kann Wasser aus dem Tränenfilm verdunsten. Ist der Tränenfilm bereits instabil, kann das dazu führen, dass die Augenoberfläche innerhalb kurzer Zeit deutlich stärker gereizt wird.
Aus einer leichten, gelegentlichen Trockenheit können so innerhalb weniger Stunden deutlich spürbare Beschwerden entstehen.
Im Flugzeug
In der Flugzeugkabine kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen:
- Trockene Kabinenluft: Die Luftfeuchtigkeit in Flugzeugkabinen ist häufig sehr niedrig und kann die Verdunstung des Tränenfilms beschleunigen.
- Luftstrom: Die Belüftungsdüse über dem Sitz kann einen kontinuierlichen Luftstrom erzeugen, der direkt über die Augen streicht.
- Weniger Blinzeln: Beim Lesen oder Arbeiten am Bildschirm blinzeln wir häufig seltener und weniger vollständig. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr so regelmäßig über die Augenoberfläche verteilt.
Gerade auf längeren Flügen können diese Faktoren zusammen zu deutlich stärkeren Beschwerden führen.
Der Winter: Dasselbe Problem über Monate
Der Winter kann die Augen vor eine ähnliche Herausforderung stellen – allerdings über einen wesentlich längeren Zeitraum.
Kalte Außenluft enthält wenig Feuchtigkeit. Wird sie in Innenräumen erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit häufig noch weiter. In beheizten Räumen fehlt den Augen dadurch eine ausreichend feuchte Umgebung, in der sich der Tränenfilm erholen kann.
Deshalb bemerken viele Menschen, dass ihre Beschwerden im Spätherbst und Winter stärker werden und sich im Frühjahr wieder bessern.
Typische Beschwerden
Umweltbedingte Trockenheit kann sich unter anderem durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:
- Brennen, Stechen oder ein sandiges bzw. raues Gefühl, das bei längerer Belastung zunimmt.
- Tränende Augen, insbesondere bei kaltem Wind oder trockener Luft.
- Müde Augen und zeitweise verschwommenes Sehen, das sich durch Blinzeln vorübergehend bessern kann.
- Eine deutliche Erleichterung, sobald Sie sich in einer geschützten Umgebung mit höherer Luftfeuchtigkeit befinden.
So können Sie Ihre Augen schützen
Ein wenig Vorbereitung kann einen deutlichen Unterschied machen – egal, ob Sie eine Flugreise planen oder eine längere kalte Jahreszeit vor sich haben:
- Drehen Sie die Belüftungsdüse im Flugzeug vom Gesicht weg. Das ist eine der einfachsten und wichtigsten Maßnahmen.
- Verwenden Sie bei Bedarf konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel, insbesondere vor und während längerer Belastung.
- Tragen Sie auf längeren Flügen möglichst eine Brille statt Kontaktlinsen, wenn Ihre Augen zu Trockenheit neigen.
- Verwenden Sie im Winter gegebenenfalls einen Luftbefeuchter in den Räumen, in denen Sie sich am längsten aufhalten.
- Schützen Sie Ihre Augen vor kaltem Wind, beispielsweise mit einer gut abschirmenden Brille.
- Vermeiden Sie direkte Luft- und Wärmequellen: Richten Sie Heizungen, Autogebläse, Ventilatoren oder Klimaanlagen möglichst nicht direkt auf Ihr Gesicht.
- Blinzeln Sie bewusst häufiger, insbesondere beim Lesen und bei der Bildschirmarbeit.
Häufige Fragen
Hilft ein Luftbefeuchter bei trockenen Augen?
Ein Luftbefeuchter kann bei sehr trockener Raumluft helfen, indem er die Luftfeuchtigkeit erhöht und dadurch die Verdunstung des Tränenfilms reduziert.
Besonders im Winter sowie in stark beheizten oder klimatisierten Räumen kann dies sinnvoll sein. Achten Sie jedoch auf eine regelmäßige Reinigung des Geräts, damit sich darin keine Keime oder Schimmel bilden.
Schützt eine Brille besser als Kontaktlinsen?
In trockener oder zugiger Umgebung kann eine Brille angenehmer sein als Kontaktlinsen. Kontaktlinsen können bei manchen Menschen die Beschwerden des Trockenen Auges verstärken, insbesondere wenn die Tränenfilmstabilität bereits eingeschränkt ist.
Auf längeren Flügen oder bei ausgeprägter Trockenheit kann es deshalb sinnvoll sein, vorübergehend eine Brille zu tragen.
Finden Sie die Ursache Ihrer trockenen Augen
Wenn Ihre Beschwerden vor allem bei Heizungsluft, Klimaanlage oder auf Reisen auftreten, kann die Umgebung zwar ein Auslöser sein. Sie ist jedoch nicht immer die eigentliche Ursache.
Machen Sie den validierten Trockene-Augen-Test oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Wir helfen Ihnen herauszufinden, welche Faktoren hinter Ihren Beschwerden stehen und was langfristig dagegen helfen kann.
Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.



