Medizinisch geprüft von Dr. Ludger HannekenÄrztlicher Leiter · Smart Dry Eyes

Trockene Augen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen nach einer LASIK und können verunsichern – gerade wenn Sie sich eigentlich von Ihrer Brille verabschieden wollten. Hier erklären wir Ihnen, warum die Beschwerden entstehen können, wie lange sie meist anhalten und wann eine ärztliche Kontrolle sinnvoll ist.
Trockenes Auge nach einer Laser-Augenoperation
Laserchirurgische Verfahren wie LASIK, PRK oder SMILE korrigieren Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Trockene Augen gehören zu den häufigsten Beschwerden nach diesen Eingriffen und überraschen viele Menschen.
In den meisten Fällen sind die Beschwerden vorübergehend und gut behandelbar. Sie bedeuten nicht automatisch, dass bei der Operation etwas schiefgelaufen ist. Wie hoch das Risiko ist und wie lange die Beschwerden anhalten, hängt jedoch sowohl vom verwendeten Verfahren als auch von den individuellen Voraussetzungen ab.
Warum kann es nach der Operation zu trockenen Augen kommen?
Um die Form der Hornhaut zu verändern, kann der Eingriff – abhängig vom jeweiligen Verfahren – Nervenfasern der Hornhaut vorübergehend beeinträchtigen.
Diese Nerven spielen eine wichtige Rolle für die Empfindung der Augenoberfläche und für Reflexe, die unter anderem die Tränenproduktion und das Blinzeln beeinflussen. Nach der Operation kann die Empfindlichkeit der Augen deshalb vorübergehend reduziert sein.
Dadurch kann die Augenoberfläche weniger gut befeuchtet werden und der Tränenfilm instabiler werden. Während die Hornhaut heilt und sich die Nerven erholen, können Trockenheit, Brennen oder andere Reizungen auftreten.
Wenn die Beschwerden deutlich stärker sind, als es der Befund der Augenoberfläche erwarten lässt, kann auch eine Beteiligung der Nerven an den Schmerzen eine Rolle spielen. Dies sollte gezielt abgeklärt werden.
Deshalb ist es wichtig, die Augenoberfläche bereits vor der Operation sorgfältig zu untersuchen. So können bestehende Probleme erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.
Wie lange können die Beschwerden anhalten?
Bei vielen Patientinnen und Patienten sind die Beschwerden in den ersten Wochen nach der Operation am stärksten und bessern sich anschließend allmählich.
Während die Augenoberfläche heilt und sich die Hornhautnerven regenerieren, nehmen die Beschwerden häufig innerhalb der ersten drei bis sechs Monate deutlich ab. Der Verlauf ist jedoch individuell und hängt auch vom jeweiligen Operationsverfahren ab.
Bei einem kleineren Teil der Patientinnen und Patienten können die Beschwerden länger bestehen bleiben. In diesen Fällen sind eine gezielte Behandlung und regelmäßige Nachkontrollen sinnvoll.
Die Behandlung orientiert sich grundsätzlich an den Maßnahmen, die auch bei anderen Formen des Trockenen Auges eingesetzt werden – allerdings immer angepasst an die individuelle Ursache und den jeweiligen Befund.
Wie fühlt sich ein Trockenes Auge nach einer Laseroperation an?
Die Beschwerden ähneln denen eines Trockenen Auges anderer Ursachen:
- ein sandiges Gefühl oder Fremdkörpergefühl,
- Brennen oder Reizung, häufig zunehmend im Laufe des Tages,
- wechselnd verschwommenes Sehen, das sich beim Blinzeln vorübergehend bessert,
- tränende Augen als Reflexreaktion auf die Reizung und Trockenheit.
Warum ist die Voruntersuchung vor der Operation so wichtig?
Vor der Planung einer Laseroperation sollte die Augenoberfläche und insbesondere der Tränenfilm sorgfältig untersucht werden.
Wer bereits vor der Operation ein Trockenes Auge hat – möglicherweise ohne es selbst zu bemerken –, kann nach dem Eingriff stärkere Beschwerden entwickeln. Zudem kann ein instabiler Tränenfilm die Genauigkeit bestimmter Messungen vor der Operation beeinflussen.
Ein bestehendes Trockenes Auge bedeutet nicht automatisch, dass eine Laseroperation ausgeschlossen ist. Es sollte jedoch zunächst behandelt und anschließend erneut beurteilt werden. So lässt sich besser einschätzen, ob die Voraussetzungen für eine Operation gegeben sind.
Wie Smart Dry Eyes hilft
Vor einer geplanten Laseroperation untersuchen wir die Augenoberfläche und den Tränenfilm sorgfältig. So können wir ein möglicherweise bisher unbemerktes Trockenes Auge erkennen und behandeln, bevor Sie sich dem Eingriff unterziehen.
Gleichzeitig kann die Untersuchung zeigen, ob die Voraussetzungen für eine Operation aus unserer Sicht ungünstig sind und zunächst eine weitere Behandlung oder Abklärung erforderlich ist.
Wenn nach der Operation weiterhin Beschwerden bestehen, suchen wir nach der zugrunde liegenden Ursache und entwickeln eine gezielte Behandlung. Ziel ist es, sowohl den Komfort als auch die stabile Sehqualität zu verbessern, für die Sie sich für den Eingriff entschieden haben.
Häufige Fragen
Sind trockene Augen nach LASIK normal?
Ja. Trockene Augen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen nach LASIK und sind in vielen Fällen vorübergehend. Wenn die Beschwerden jedoch anhalten, stark ausgeprägt sind oder sich nicht allmählich bessern, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
Kann ich LASIK trotz trockener Augen durchführen lassen?
Das hängt von den Untersuchungsergebnissen und den individuellen Voraussetzungen ab.
Ein bereits bestehendes Trockenes Auge sollte vor einer Operation möglichst erkannt und behandelt werden. Anschließend kann beurteilt werden, ob Sie für den Eingriff geeignet sind und wie sich das individuelle Risiko einschätzen lässt.
Was ist, wenn die Trockenheit bestehen bleibt?
Wenn die Beschwerden über mehrere Monate bestehen bleiben, sollte nach den möglichen Ursachen gesucht werden. Häufig gibt es behandelbare Faktoren, die gezielt angegangen werden können.
Was ist sinnvoller: die Augen vor oder nach der LASIK untersuchen lassen?
Idealerweise beides: Eine sorgfältige Untersuchung der Augenoberfläche vor der Operation hilft, bestehende Probleme zu erkennen und die Voraussetzungen für den Eingriff zu beurteilen. Wenn nach der Operation Beschwerden auftreten oder bestehen bleiben, kann eine erneute Untersuchung helfen, die Ursache zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.



