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Behandlung

Lacrifill®-Behandlung bei Trockenen Augen

Quervernetztes Hyaluronsäure-Gel zum vorübergehenden Verschluss des Tränenabflusses

Lacrifill® ist ein steriles, klares Gel aus quervernetzter Hyaluronsäure. Es wird in das untere Tränenkanälchen eingebracht und vermindert den Tränenabfluss vorübergehend. Dadurch bleiben die körpereigenen Tränen länger auf der Augenoberfläche. Das Gel passt sich dem Tränenkanälchen an, ist von außen nicht sichtbar und kann bei Beschwerden oder Komplikationen mit steriler Kochsalzlösung ausgespült werden.

Klares Lacrifill-Gel tritt als feiner Strang aus der Spitze der Fertigspritze aus
Foto: Nordic Pharma · lacrifill.com (Ausschnitt)
Behandlungsdauer
Wenige Minuten für beide Augen
Verweildauer
Bis zu 6 Monate
Empfinden
Leichter Druck; betäubende Tropfen
Ausfallzeit
In der Regel keine
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Wann Lacrifill eingesetzt wird

Lacrifill® kann bei Erwachsenen mit Beschwerden durch ein Trockenes Auge eingesetzt werden, wenn eine Verminderung des Tränenabflusses medizinisch sinnvoll erscheint. Besonders naheliegend ist dies bei wässrigem Tränenmangel. Hinweise darauf sind unter anderem ein niedriger Schirmer-Wert, ein niedriger Tränenmeniskus und Anfärbungen der Augenoberfläche.

Das Wirkprinzip entspricht dem der Punctum-Plugs: Fließt weniger Tränenflüssigkeit über die Tränenwege ab, bleiben die vorhandenen Tränen länger auf der Augenoberfläche. Lacrifill® verwendet dafür keinen vorgeformten Stopfen, sondern ein Gel, das das Tränenkanälchen von innen ausfüllt.

Lacrifill® steigert die Tränenproduktion nicht und behandelt weder eine Entzündung noch eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen. Bei einer gestörten Lipidschicht oder entzündeten Lidrändern werden daher zunächst diese Ursachen behandelt beziehungsweise kontrolliert.

Packung und vorgefüllte Spritze Lacrifill Kanalikulargel auf einem Instrumententisch vor einer Spaltlampe
Lacrifill wird als sterile Fertigspritze mit 0,6 ml Gel geliefert; die Menge reicht für beide Augen einer Patientin oder eines Patienten. Bild: Nordic Pharma · lacrifill.co.uk.
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Wie Lacrifill wirkt

Mechanismus
  1. 01Tränen fließen über die Tränenpünktchen in die Tränenkanälchen ab
  2. 02Das Gel füllt das untere Tränenkanälchen aus
  3. 03Der Tränenabfluss ist vorübergehend vermindert
  4. 04Die eigenen Tränen bleiben länger auf der Augenoberfläche
  5. 05Nach spätestens sechs Monaten wird das Gel ausgespült
Illustration eines Auges mit den ableitenden Tränenwegen; das Lacrifill-Gel ist im unteren Tränenkanälchen dargestellt
Das Gel (blauviolett) füllt das untere Tränenkanälchen im inneren Augenwinkel aus; Tränenkanälchen, Tränensack und Tränennasengang sind rosa dargestellt. Illustration: Nordic Pharma · lacrifill.co.uk.

Tränenflüssigkeit wird fortlaufend gebildet, mit jedem Lidschlag über die Augenoberfläche verteilt und im inneren Lidwinkel abgeleitet. Dort liegt am Rand von Ober- und Unterlid je eine feine Öffnung, das Tränenpünktchen. Es führt in einen etwa zehn Millimeter langen Gang, das Tränenkanälchen. Oberes und unteres Tränenkanälchen münden in den Tränensack, von dort gelangen die Tränen in die Nase.

Lacrifill® besteht aus nicht tierischer Hyaluronsäure, deren Molekülketten quervernetzt sind. Dadurch entsteht ein formstabiles Gel. Es wird mit einer feinen Tränenwegskanüle durch das untere Tränenpünktchen eingebracht und füllt das Tränenkanälchen aus. Anders als bei einem vorgeformten Plug muss keine feste Größe ausgewählt werden.

Durch den verminderten Abfluss können sowohl die körpereigene Tränenflüssigkeit als auch angewendete Augentropfen länger auf der Augenoberfläche verbleiben. Die Tränenproduktion selbst verändert sich nicht. Da sich die Wirkung medikamentöser Augentropfen verstärken kann, muss deren Dosierung gegebenenfalls angepasst werden.

Der Verschluss ist vorübergehend. Lacrifill® ist für eine Anwendung von bis zu sechs Monaten vorgesehen; Sicherheit und Wirksamkeit über diesen Zeitraum hinaus sind nicht belegt. Bei Reizung, Infektion, anhaltendem Tränenträufeln oder einem anderen unerwünschten Ereignis wird das Gel mit steriler Kochsalzlösung aus dem Tränenkanälchen gespült.

Wichtiger Hinweis. Lacrifill® ist ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt. Der rechtliche Hersteller ist Nordic Group B.V. in den Niederlanden. Smart Dry Eyes steht in keiner geschäftlichen Beziehung zum Hersteller oder Vertrieb. Der Tränenabfluss kann auch mit Silikon-Plugs oder auflösbaren Plugs vermindert werden. Welches Verfahren geeignet ist, entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt nach der Untersuchung.

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So läuft eine Lacrifill®-Behandlung ab

  1. Vorher

    Vor der Behandlung werden Tränenmenge, Tränenfilm, Augenoberfläche und Lidränder untersucht. Außerdem wird durch eine Spülung geprüft, ob die Tränenwege frei durchgängig sind. Ein ausreichender Abfluss ist Voraussetzung für die Anwendung. Eine aktive Infektion wird zuerst behandelt; entzündete Lidränder sollten vor dem Verschluss ausreichend kontrolliert sein.

  2. Während

    Die Augenoberfläche wird mit Tropfen betäubt. Falls nötig, wird das Tränenpünktchen vorsichtig erweitert. Anschließend bringt die Ärztin oder der Arzt das Gel mit einer feinen Tränenwegskanüle in das untere Tränenkanälchen ein. Bei beidseitigem Befund können beide Augen in derselben Sitzung behandelt werden. Meist ist nur ein leichter Druck zu spüren; die Behandlung dauert wenige Minuten.

  3. Danach

    Gewohnte Tätigkeiten können meist sofort wieder aufgenommen werden. Nach dem Einbringen kann etwas Gel am oberen Tränenpünktchen austreten. Beeinträchtigt es die Sicht, wird es von der Augenoberfläche abgespült. Kontaktieren Sie das Behandlungszentrum bei anhaltendem Tränenträufeln, Schmerzen, zunehmender Rötung, Schwellung oder Absonderungen.

  4. Nachsorge

    Bei der Kontrolle wird beurteilt, ob sich Beschwerden und objektive Befunde gebessert haben. Eine vorzeitige Entfernung ist möglich und bei Reizung, Infektion oder anhaltendem Tränenträufeln erforderlich. Ob später eine erneute Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach Befund, Wirkung und Verträglichkeit.

Gerenderte Darstellung eines Auges: eine feine Kanüle am unteren Tränenpünktchen, Tränenkanälchen und Tränensack sind rosa hervorgehoben
Das Gel wird über das untere Tränenpünktchen in das Tränenkanälchen eingebracht. Darstellung; die Anatomie ist individuell verschieden.Bild: Nordic Pharma · lacrifill.co.uk (bearbeitet)
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Für wen Lacrifill geeignet ist

Mögliche Indikationen

  • Lacrifill® kann bei Erwachsenen mit anhaltenden Beschwerden durch ein Trockenes Auge infrage kommen, wenn diese durch eine Verminderung des Tränenabflusses gelindert werden können.
  • Besonders relevant sind ein nachgewiesener wässriger Tränenmangel und Befunde einer unzureichend benetzten Augenoberfläche.
  • Das Verfahren bietet einen vorübergehenden, von außen nicht sichtbaren Verschluss und kann erwogen werden, wenn vorgeformte Plugs nicht geeignet sind oder nicht vertragen wurden.

Gegenanzeigen und Grenzen

  • Lacrifill® darf nicht angewendet werden bei einer Abflussstörung der Tränenwege, einer aktiven Infektion des Auges oder seiner Umgebung, einer nicht durch das Trockene Auge bedingten Entzündung der Augenoberfläche oder einer bekannten Allergie gegen Hyaluronsäure.
  • Bei einem Ektropium ist die klinische Leistung nicht belegt.
  • Entzündete Lidränder und eine Meibomdrüsen-Dysfunktion werden in der Regel zuerst behandelt beziehungsweise kontrolliert.
  • Lacrifill® ist für Erwachsene vorgesehen. Die klinische Leistung ist unter anderem während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen, innerhalb von sechs Monaten nach einer Augenoperation sowie bei mehreren weiteren Vorerkrankungen und Begleitmedikationen u.U. nicht zu empfehlen. Diese Punkte werden vor der Behandlung ärztlich geprüft.
  • Bei einem überwiegend verdunstungsbedingten Trockenen Auge mit normaler Tränenmenge ist Lacrifill® nicht die primäre Behandlung.
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Kosten

Europa

Lacrifill®-Behandlung, beide Augen

auf Anfrage

Kontrolle oder Wiedervorstellung

ab 150 €

Die tatsächlichen Kosten richten sich nach dem Behandlungszentrum, dem Umfang der Behandlung und möglichen Kombinationstherapien. Lacrifill® ist seit 2026 in mehreren europäischen Märkten verfügbar und wird nicht in jedem Zentrum angeboten. In Deutschland handelt es sich in der Regel um eine privatärztliche Leistung. Ob eine private Krankenversicherung oder die Beihilfe die Kosten übernimmt, hängt vom jeweiligen Tarif und Einzelfall ab. Vor der Behandlung erhalten Sie eine schriftliche Kosteninformation.

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Häufige Fragen

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Augenoberfläche wird zuvor mit Tropfen betäubt. Beim Einbringen des Gels ist meist nur ein leichter Druck im inneren Lidwinkel zu spüren. Eine vorübergehende Reizung oder ein Fremdkörpergefühl ist danach möglich.

Spürt oder sieht man das Gel?

In der Regel nicht. Das Gel liegt im Tränenkanälchen und ist von außen nicht sichtbar. Anders als bei einem Plug mit Kragen liegt nichts auf dem Lidrand auf.

Wie lange hält die Wirkung an?

Lacrifill® ist für eine Anwendung von bis zu sechs Monaten vorgesehen. Sicherheit und Wirksamkeit sind über diesen Zeitraum hinaus nicht belegt. Wie lange die Wirkung im Einzelfall anhält und ob später eine erneute Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Befund und Verlauf ab.

Lässt sich das Gel wieder entfernen?

Ja. Bei Reizung, Infektion, anhaltendem Tränenträufeln oder einem anderen unerwünschten Ereignis wird das Gel mit steriler Kochsalzlösung aus dem Tränenkanälchen gespült. Ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, entscheidet die behandelnde Augenärztin oder der behandelnde Augenarzt.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Möglich sind unter anderem ein tränendes Auge (Epiphora), Fremdkörpergefühl, Juckreiz, lokale Reizung, Schwellung oder Schmerzen am Lid. Seltener können Entzündungen oder Infektionen der Tränenwege, allergische Reaktionen, ein Granulom oder eine Schädigung der Hornhaut auftreten. Bei Reizung, Infektion oder Epiphora soll das Gel entfernt werden. Medikamentöse Augentropfen können länger am Auge verbleiben; ihre Dosierung muss daher gegebenenfalls angepasst werden.

Worin unterscheidet sich Lacrifill® von Punctum-Plugs?

Beide Verfahren vermindern den Tränenabfluss. Punctum-Plugs sind vorgeformt und werden in einer passenden Größe ausgewählt. Silikon-Plugs sitzen sichtbar im Tränenpünktchen, können als störend empfunden werden oder herausfallen und lassen sich meist mit einer Pinzette entfernen. Lacrifill® füllt das Tränenkanälchen als Gel aus, benötigt keine feste Größenauswahl, ist von außen nicht sichtbar und kann durch Spülung entfernt werden. Es ist für eine Anwendung von bis zu sechs Monaten vorgesehen. Welche Methode geeignet ist, entscheidet die ärztliche Untersuchung.

Wie gut ist Lacrifill® untersucht?

In einer randomisierten, doppelt maskierten Studie an fünf US-amerikanischen Zentren wurden 157 Patientinnen und Patienten behandelt. Verglichen wurde Lacrifill® mit einem intrakanalikulären Hydrogel-Plug. Nach drei Monaten war das Gel dem Vergleichsprodukt hinsichtlich Tränenmenge und Beschwerden nicht unterlegen; die beobachteten Verbesserungen bestanden bis Monat sechs fort. Die Studie zeigte keine Überlegenheit, enthielt keine Scheinbehandlung und liefert keine Daten über sechs Monate hinaus. TFOS DEWS III führt quervernetztes Hyaluronsäure-Gel als Verfahren zur Tränenkonservierung auf. Ein Behandlungserfolg im Einzelfall kann nicht garantiert werden.

Welche Behandlung für Ihre Augen geeignet ist

Das Trockene Auge kann unterschiedliche Ursachen haben. Biofilm, entzündete Lidränder, verdicktes Meibum, okuläre Rosazea und wässriger Tränenmangel erfordern jeweils andere therapeutische Ansätze. Smart Dry Eyes erfasst die relevanten Befunde systematisch. Auf dieser Grundlage entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt, welche Behandlung oder Kombination für Sie geeignet ist.

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