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Hausmittel gegen trockene Augen: Was zu Hause wirklich hilft

Dr. Ludger Hanneken Medizinisch geprüft von Dr. Ludger Hanneken
Ärztlicher Leiter · Smart Dry Eyes
Person entspannt mit einer warmen Kompresse, einem Hausmittel gegen trockene Augen

Wenn sich Ihre Augen am Abend sandig, müde oder plötzlich ungewöhnlich tränend anfühlen, sind Sie damit alles andere als allein. Trockene Augen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in unseren Praxen. Die gute Nachricht: Einige der sinnvollsten ersten Maßnahmen können Sie bereits zu Hause umsetzen.

Hier erfahren Sie, was wirklich helfen kann, welche Hausmittel Sie sich sparen können und wann eine fachärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

Warme Kompressen und sanfte Lidpflege

Eine warme Kompresse ist eine einfache und häufig hilfreiche Maßnahme – insbesondere dann, wenn Ihre Tränen zu schnell verdunsten.

Die Meibom-Drüsen am Lidrand produzieren das ölige Sekret, das dazu beiträgt, den Tränenfilm vor zu schneller Verdunstung zu schützen. Wenn dieses Sekret zähflüssig ist oder die Drüsen verstopft sind, kann sanfte Wärme dazu beitragen, es zu verflüssigen und die Abgabe zu erleichtern.

  • Verwenden Sie ein sauberes Tuch oder eine wiederverwendbare Augenmaske, die angenehm warm ist – niemals so heiß, dass sie brennt oder unangenehm wird.
  • Legen Sie die Kompresse etwa fünf bis zehn Minuten auf die geschlossenen Augen und erwärmen Sie sie bei Bedarf erneut.
  • Reinigen Sie anschließend bei Bedarf sanft den Wimpernrand mit einem sauberen, feuchten Tuch oder einem geeigneten Lidreiniger.

Wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit. Eine kurze, konsequente Routine ist meist sinnvoller, als erst dann etwas zu unternehmen, wenn die Beschwerden bereits stark geworden sind.

Öfter blinzeln und die 20-20-20-Regel

Bildschirmarbeit kann den Tränenfilm belasten. Der Grund ist einfach: Wenn wir konzentriert auf einen Bildschirm schauen, blinzeln wir häufig deutlich seltener und oft auch unvollständig. Dabei sorgt gerade das vollständige Blinzeln dafür, dass sich der Tränenfilm gleichmäßig über die Augenoberfläche verteilt.

  • Befolgen Sie die 20-20-20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen Punkt in rund sechs Metern Entfernung.
  • Blinzeln Sie dabei einige Male bewusst, langsam und vollständig.
  • Positionieren Sie den Bildschirm etwas niedriger, sodass Ihre Augen nicht unnötig weit geöffnet bleiben.

Diese kurzen Unterbrechungen geben Ihren Augen die Möglichkeit, sich zu entspannen und den Tränenfilm wieder gleichmäßig zu verteilen.

Umgebung und Alltag anpassen

Trockene Augen werden häufig auch durch die Umgebung und bestimmte Gewohnheiten beeinflusst. Viele kleine Veränderungen können sich dabei zu einem spürbaren Effekt summieren.

  • Verwenden Sie bei sehr trockener Raumluft, beispielsweise in beheizten oder klimatisierten Räumen, gegebenenfalls einen Luftbefeuchter.
  • Richten Sie Ventilatoren, Heizungen, das Autogebläse oder die Klimaanlage nicht direkt auf Ihr Gesicht. Der Luftstrom kann die Verdunstung des Tränenfilms verstärken.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit omega-3-reichen Lebensmitteln wie fettem Fisch, Walnüssen oder Leinsamen kann Teil einer insgesamt augenfreundlichen Ernährung sein. Die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln oder einzelnen Lebensmitteln auf das Trockene Auge ist jedoch nicht bei allen Menschen eindeutig belegt.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf. Müdigkeit und lange Wachphasen können die Beschwerden zusätzlich verstärken.

Für sich genommen ist keine dieser Maßnahmen spektakulär. Zusammen können sie die Belastung Ihrer Augen jedoch spürbar reduzieren.

Was nicht hilft – und wann Hausmittel nicht genügen

Einige beliebte Hausmittel sind wenig sinnvoll oder können die Augen sogar zusätzlich reizen:

  • Leitungswasser: Das Spülen der Augen mit Leitungswasser ersetzt den Tränenfilm nicht und kann die schützende Tränenfilmstruktur zusätzlich beeinträchtigen. Außerdem ist Leitungswasser nicht steril.
  • Gurkenscheiben: Sie können sich angenehm kühl anfühlen, behandeln die eigentliche Ursache des Trockenen Auges jedoch nicht.
  • „Wundertropfen“ mit Sofortversprechen: Bei Produkten, die eine schnelle und dauerhafte Wirkung versprechen, ist Vorsicht angebracht. Manche enthalten Konservierungsmittel oder abschwellende Wirkstoffe, die bei regelmäßiger Anwendung problematisch sein können.

Hausmittel können bei leichten Beschwerden eine sinnvolle Unterstützung sein. Sie ersetzen jedoch keine Untersuchung, wenn die Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben oder sich verschlimmern.

Halten die Beschwerden über mehrere Wochen an, werden sie stärker oder treten Schmerzen, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit oder Sehveränderungen hinzu, sollten Sie Ihre Augen fachärztlich untersuchen lassen, anstatt die Selbstbehandlung immer weiter auszudehnen.

Wie Smart Dry Eyes Sie unterstützt

Hausmittel können ein guter Ausgangspunkt sein. Wenn sie nicht ausreichen, ist es wichtig, die Ursache Ihrer Beschwerden zu erkennen, anstatt nur die Symptome zu behandeln.

Bei Smart Dry Eyes untersuchen wir Ihren Tränenfilm, Ihre Meibom-Drüsen und den Zustand Ihrer Lider. So können wir besser beurteilen, welche Faktoren zu Ihren Beschwerden beitragen und welche Behandlung sinnvoll ist.

Anschließend entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der geeignete Maßnahmen in der Praxis mit einer realistischen Routine für zu Hause verbindet.

Wenn trockene Augen Ihren Alltag beeinträchtigen, müssen Sie die Beschwerden nicht einfach hinnehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich warme Kompressen anwenden?

Für viele Menschen kann eine Anwendung einmal täglich sinnvoll sein, jeweils etwa fünf bis zehn Minuten. Bei stärker ausgeprägten Beschwerden kann vorübergehend auch eine häufigere Anwendung empfohlen werden.

Wie oft die Kompressen tatsächlich sinnvoll sind, hängt jedoch von der Ursache und dem individuellen Befund ab. Entscheidend sind weniger eine möglichst hohe Temperatur oder eine lange Anwendungsdauer als vielmehr eine angenehme, sichere und regelmäßige Anwendung.

Helfen Hausmittel bei trockenen Augen wirklich?

Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden können geeignete Maßnahmen zuhause durchaus helfen – insbesondere warme Kompressen bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion, bewusstes und vollständiges Blinzeln sowie eine Anpassung der Umgebung.

Am besten funktionieren solche Maßnahmen als regelmäßige Routine und nicht als einmalige Anwendung. Wenn eine konkrete Ursache hinter den Beschwerden steckt, können Hausmittel eine gezielte Behandlung unterstützen, sie aber nicht immer ersetzen.

Wann sollte ich die Selbstbehandlung beenden und zum Spezialisten gehen?

Wenn die Beschwerden trotz konsequenter Pflege über mehrere Wochen anhalten, stärker werden oder von Schmerzen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder Sehveränderungen begleitet werden, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll.

Anhaltende Beschwerden haben häufig eine erkennbare Ursache, die gezielt behandelt werden kann. Eine frühzeitige Untersuchung kann dabei helfen, die passende Behandlung schneller zu finden.

Finden Sie die Ursache Ihrer trockenen Augen

Machen Sie den validierten Trockene-Augen-Test oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin. So können wir herausfinden, welche Faktoren hinter Ihren Beschwerden stehen und welche Behandlung für Sie sinnvoll sein könnte.

Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.

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