Medizinisch geprüft von Dr. Ludger HannekenÄrztlicher Leiter · Smart Dry Eyes

Nach mehreren Stunden am Bildschirm brennen oder jucken die Augen, fühlen sich müde an und es fällt zunehmend schwer, sich auf das Gelesene zu konzentrieren. Handelt es sich um eine vorübergehende digitale Augenbelastung oder steckt ein Trockenes Auge dahinter?
Die Beschwerden können sich stark überschneiden. Dennoch gibt es Unterschiede bei den Ursachen und bei der Behandlung. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten können und wann eine Untersuchung sinnvoll ist.
Augenbelastung durch den Bildschirm oder Trockenes Auge?
Der Begriff digitale Augenbelastung beschreibt verschiedene Beschwerden, die nach längerer Bildschirmarbeit auftreten können. Dazu gehören trockene oder brennende Augen, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen und Schwierigkeiten beim „Scharfstellen“.
Digitale Augenbelastung und Trockenes Auge schließen sich dabei nicht gegenseitig aus – sie können gleichzeitig auftreten. Neben der Beschaffenheit des Tränenfilms spielen auch die individuelle Sehstärke, die Anstrengung beim Sehen in der Nähe und das Zusammenspiel beider Augen eine Rolle.
Was bei der Bildschirmarbeit mit den Augen passiert
Viele der Beschwerden hängen damit zusammen, wie wir uns beim Arbeiten am Bildschirm verhalten – häufig, ohne es zu bemerken:
- Beim konzentrierten Blick auf einen Bildschirm nimmt die Häufigkeit des Blinzelns häufig ab.
- Die Lidschläge sind zudem häufiger unvollständig, sodass der Tränenfilm nicht vollständig über die Augenoberfläche verteilt wird.
- Bildschirme befinden sich meist etwas unterhalb oder auf Höhe des Blickfeldes, wodurch die Augenoberfläche je nach Blickrichtung unterschiedlich der Raumluft ausgesetzt ist.
- Die Räume, in denen wir Bildschirme nutzen, sind häufig trocken, insbesondere durch Klimaanlage oder Heizung.
All dies kann dazu beitragen, dass der Tränenfilm instabil wird und Beschwerden entstehen oder sich verstärken.
Woran Sie erkennen können, dass ein Trockenes Auge beteiligt ist
Bestimmte Beschwerdemuster können darauf hindeuten, dass nicht nur eine vorübergehende Augenmüdigkeit vorliegt:
- Brennen, Sandgefühl oder tränende Augen, die im Laufe des Tages zunehmen.
- Verschwommenes Sehen, das sich nach dem Blinzeln vorübergehend bessert.
- Beschwerden, die auch außerhalb der Bildschirmarbeit bestehen bleiben.
- Eine deutliche Verschlechterung in trockenen, klimatisierten oder beheizten Räumen.
- Wiederkehrende Beschwerden, die trotz ausreichender Pausen bestehen bleiben.
Diese Symptome sind jedoch nicht eindeutig. Eine genaue Ursache lässt sich nur durch eine entsprechende Untersuchung feststellen.
Gewohnheiten, die wirklich helfen können
Die gute Nachricht: Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen.
Die bekannte 20-20-20-Regel – alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden in die Ferne zu schauen, idealerweise auf ein Objekt in rund sechs Metern Entfernung – kann als Erinnerung dienen, den Augen regelmäßig eine Pause zu gönnen.
Hilfreich sind außerdem:
- bewusst und vollständig blinzeln
- regelmäßig echte Pausen abseits des Bildschirms einlegen
- bei anhaltenden Beschwerden die Sehstärke überprüfen lassen
- bei trockenen Augen den Tränenfilm und die Augenoberfläche untersuchen lassen
Richten Sie Ihren Bildschirm richtig ein
Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes kann die Augenbelastung beeinflussen:
- Stellen Sie den Monitor etwas unterhalb der Augenhöhe auf.
- Halten Sie einen angemessenen Abstand von etwa einer Armlänge zum Bildschirm ein.
- Wählen Sie eine ausreichend große Schrift, damit Sie sich beim Lesen nicht unnötig anstrengen müssen.
- Passen Sie die Helligkeit des Bildschirms an die Raumbeleuchtung an.
- Vermeiden Sie direkte Luftströmung durch Klimaanlagen, Ventilatoren oder Lüftungsdüsen auf die Augen.
Wie wir bei Smart Dry Eyes helfen
Wenn Ihre Augen regelmäßig unter der Bildschirmarbeit leiden, untersuchen wir Ihren Tränenfilm, die Augenoberfläche und die Lider, um herauszufinden, welche Faktoren zu Ihren Beschwerden beitragen.
Dabei berücksichtigen wir auch Ihre Sehstärke und die Anforderungen an das Sehen in der Nähe. Wenn sich Hinweise auf eine andere Ursache ergeben, kann gegebenenfalls eine weiterführende Untersuchung empfohlen werden.
Häufige Fragen
Verschwinden die Beschwerden, wenn ich weniger Zeit am Bildschirm verbringe?
Bei einer reinen digitalen Augenbelastung können sich die Beschwerden durch Pausen und eine Reduzierung der Bildschirmzeit deutlich bessern.
Bleiben die Beschwerden jedoch auch außerhalb der Bildschirmarbeit bestehen oder treten sie regelmäßig wieder auf, kann zusätzlich ein Trockenes Auge oder eine andere Ursache vorliegen.
Helfen Blaulichtfilter-Brillen gegen die Beschwerden?
Nach der derzeit verfügbaren Evidenz gibt es keinen überzeugenden Nachweis, dass Blaulichtfilter-Gläser die digitale Augenbelastung zuverlässig reduzieren. Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration fand keinen klaren Nutzen für die Verringerung von Augenbelastung.
Regelmäßige Pausen, vollständiges Blinzeln und – bei einem Trockenen Auge – die gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursache sind in der Regel sinnvoller.
Wann sollte ich meine Augen untersuchen lassen?
Wenn einfache Maßnahmen wie Pausen, bewusstes Blinzeln und eine Anpassung des Arbeitsplatzes nach zwei bis drei Wochen keine ausreichende Besserung bringen oder die Beschwerden zunehmen, ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll.
Bei starken Schmerzen, deutlicher Sehverschlechterung, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder anderen plötzlich auftretenden Beschwerden sollten Sie nicht abwarten, sondern Ihre Augen zeitnah untersuchen lassen.
Fordert die Bildschirmarbeit Ihre Augen zunehmend?
Ein kurzer Fragebogen kann Ihnen helfen herauszufinden, ob ein Trockenes Auge hinter Ihren Beschwerden steckt und welche Faktoren bei einer Untersuchung berücksichtigt werden sollten.
Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.



