Medizinisch geprüft von Dr. Ludger HannekenÄrztlicher Leiter · Smart Dry Eyes

Dutzende Augentropfen, unzählige Versprechen – aber welcher Tropfen passt wirklich zu Ihnen? Hier finden Sie einen einfachen Leitfaden, der Ihnen hilft, die richtige Wahl zu treffen.
Warum das Regal mit Augentropfen so verwirrend ist
Stellen Sie sich vor das Regal mit den Augentropfen, und Sie finden Dutzende verschiedene Präparate, die alle Linderung versprechen. Kein Wunder, dass die Auswahl schwerfällt. Viele probieren einen Tropfen aus, stellen fest, dass er kaum hilft, und wechseln zum nächsten.
Die Wahrheit ist: Nicht alle Augentropfen sind gleich. Welche Tropfen geeignet sind, hängt unter anderem davon ab, welche Form des Trockenen Auges vorliegt und welcher Bestandteil des Tränenfilms beeinträchtigt ist.
Den Tropfen passend zum Problem wählen
Der wichtigste Grundgedanke lautet: Der Tropfen sollte möglichst zu der Ursache und der Art des Trockenen Auges passen.
- Wässrige Tropfen ergänzen vor allem Flüssigkeit und können sinnvoll sein, wenn die Tränenmenge reduziert ist.
- Lipid- oder ölhaltige Tropfen ergänzen die Fettkomponente des Tränenfilms und können insbesondere beim verdunstungsbedingten Trockenen Auge und bei einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) hilfreich sein.
- Gele und Augensalben sind dickflüssiger und verbleiben länger auf der Augenoberfläche. Sie können insbesondere nachts oder bei ausgeprägter Trockenheit sinnvoll sein, können allerdings vorübergehend zu verschwommenem Sehen führen.
Da das verdunstungsbedingte Trockene Auge sehr häufig vorkommt, können lipidbasierte Tropfen für manche Menschen besser geeignet sein als rein wässrige Präparate.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Konsistenz des Tropfens, sondern die Ursache Ihrer Beschwerden.
Das wichtigste Etikett: „konservierungsmittelfrei“
Wenn Sie sich nur eine Information aus diesem Artikel merken, dann diese: Bei häufiger Anwendung sind konservierungsmittelfreie Tropfen die bessere Wahl.
Konservierungsmittel helfen dabei, Mehrdosisfläschchen vor einer Verkeimung zu schützen. Bei häufiger und langfristiger Anwendung können manche Konservierungsmittel jedoch die empfindliche Augenoberfläche zusätzlich reizen.
Als praktische Faustregel gilt: Wenn Sie künstliche Tränen regelmäßig mehrmals täglich benötigen, sollten Sie ein konservierungsmittelfreies Präparat in Betracht ziehen. Diese sind beispielsweise als Einzeldosis-Ampullen oder in speziellen Mehrdosisfläschchen mit entsprechenden Filtersystemen erhältlich.
Was Sie besser vermeiden sollten
Einige häufige Fehler lassen sich leicht vermeiden:
- „Weißmacher“- oder „Rötungsentferner“-Tropfen: Sie behandeln die Ursache eines Trockenen Auges nicht und können bei regelmäßiger Anwendung die Beschwerden sogar verstärken.
- Stark konservierte Tropfen bei sehr häufiger Anwendung: Bei einem empfindlichen oder bereits gereizten Auge können sie die Augenoberfläche zusätzlich belasten.
- An einem Tropfen festhalten, der offensichtlich nicht hilft: Wenn ein Präparat trotz regelmäßiger Anwendung keine ausreichende Linderung bringt, kann ein anderer Tropfentyp besser geeignet sein. Noch wichtiger ist es, die Ursache der Beschwerden zu klären.
Wann Augentropfen allein nicht die Lösung sind
Selbst der passende Augentropfen kann das zugrunde liegende Problem nicht immer beheben. Er ergänzt den Tränenfilm und lindert die Beschwerden, behandelt aber nicht zwangsläufig die Ursache.
Wenn Sie ständig tropfen müssen und trotzdem Beschwerden haben, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass beispielsweise eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen, eine Entzündung der Augenoberfläche oder ein anderes Problem behandelt werden sollte.
Augentropfen können den Tränenfilm unterstützen – sie können eine gestörte Funktion der Augenoberfläche jedoch nicht immer allein wiederherstellen.
Wie Smart Dry Eyes hilft
Wir untersuchen, welche Faktoren bei Ihnen zum Trockenen Auge beitragen und welche Bestandteile des Tränenfilms beeinträchtigt sind. Dadurch können wir Ihnen gezielter empfehlen, welcher Tropfentyp zu Ihren Beschwerden passen könnte.
Ebenso wichtig: Wir sagen Ihnen, wann Augentropfen allein nicht ausreichen und eine ursachengerichtete Behandlung sinnvoll ist.
Das Ziel ist nicht, dass Sie immer mehr Tropfen ausprobieren, sondern weniger und gezielter ausgewählte Tropfen – kombiniert mit einer Behandlung der eigentlichen Ursache.
Häufige Fragen
Welche Augentropfen sind bei Trockenem Auge am besten?
Das hängt von der Ursache und der Form des Trockenen Auges ab. Bei einem verdunstungsbedingten Trockenen Auge können lipidbasierte Tropfen sinnvoll sein, während bei einer verminderten Tränenproduktion eher wässrige Präparate infrage kommen können.
Wenn Sie Tropfen regelmäßig und häufig anwenden, sind konservierungsmittelfreie Präparate häufig die bessere Wahl.
Was bedeutet „konservierungsmittelfrei“ und warum ist das wichtig?
Konservierungsmittelfreie Tropfen enthalten keine Konservierungsstoffe, die bei häufiger Anwendung die Augenoberfläche zusätzlich reizen können.
Wenn Sie künstliche Tränen mehrmals täglich benötigen, kann ein konservierungsmittelfreies Präparat deshalb besser verträglich sein.
Soll ich „Weißmacher“-Tropfen bei Trockenen Augen verwenden?
Nein, in der Regel nicht. Tropfen, die vor allem die Rötung des Auges reduzieren sollen, behandeln die Ursache eines Trockenen Auges nicht. Bei regelmäßiger Anwendung können bestimmte Wirkstoffe die Beschwerden sogar verschlimmern.
Verwenden Sie stattdessen geeignete Tränenersatzmittel und lassen Sie bei anhaltenden Beschwerden die Ursache abklären.
Finden Sie die Ursache Ihrer trockenen Augen
Machen Sie den validierten Trockene-Augen-Test oder vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin. Wir helfen Ihnen herauszufinden, welche Faktoren hinter Ihren Beschwerden stehen und welche Behandlung sinnvoll sein könnte.
Lieber persönlich? Finden Sie eine Smart-Dry-Eyes-Klinik in Ihrer Nähe – in Deutschland, der Schweiz, Andorra oder Mexiko.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.



